Finanzen

Taschengeldtabelle 2026: Wie viel Taschengeld in welchem Alter

Die aktuelle DJI-Empfehlung mit Stand September 2025 — alle Altersstufen im Überblick, und warum viele Tabellen im Netz noch die alte Staffel führen.

Ein Papa legt zusammen mit der Tochter Geld ins Sparschwein

Ein Zehnjähriger bekommt 15 bis 25 Euro im Monat, ein Sechsjähriger 2 bis 3 Euro in der Woche. So steht es in der Empfehlung, auf die sich das Familienportal des Bundes beruft — und die stammt vom Deutschen Jugendinstitut.

Der Haken: Viele Seiten, die sich „Taschengeldtabelle 2026″ nennen, führen noch die alte Staffel. Die aktuelle Fassung ist vom 17. September 2025, und sie hat nicht nur andere Beträge, sondern auch einen neuen Schwerpunkt. Hier findest du die geprüften Werte, die Quelle dazu — und was sich zuletzt geändert hat.

Das Wichtigste in Kürze
  • Bis 9 Jahre wöchentlich, ab 10 monatlich. Der Schnitt liegt nicht zufällig dort — jüngere Kinder können mit einem Monatsbetrag schlicht noch nicht planen.
  • Die Spannen sind Richtwerte, keine Vorgaben. Familieneinkommen, Anzahl der Kinder und was das Kind selbst zahlen soll, verschieben jede Zahl.
  • Neu seit September 2025: Das Deutsche Jugendinstitut betont Budgetgeld ab 12 Jahren deutlich stärker — einen festen Betrag für Kleidung, Handy und Schulbedarf, den das Kind selbst verwaltet.
  • Ab 7 Jahren gilt der Taschengeldparagraf. Nach § 110 BGB darf dein Kind mit seinem eigenen Geld wirksam einkaufen, ohne dich zu fragen.
  • Regelmäßigkeit schlägt Höhe. Pünktlich und verlässlich zahlen bringt mehr als der exakte Betrag — und Taschengeld als Druckmittel zu streichen, zerstört genau den Lerneffekt.

Taschengeldtabelle 2026: die Empfehlung nach Alter

Rechner

Wie viel Taschengeld ist in diesem Alter üblich?

Empfehlung pro Monat 15 € – 25 €
Auszahlung monatlich
Aufs Jahr gerechnet Mittelwert 240 €
AlterEmpfehlungRhythmus
unter 6 Jahre 1 € – 2 € pro Woche
6–7 Jahre 2 € – 3 € pro Woche
8–9 Jahre 3 € – 4 € pro Woche
10–11 Jahre 15 € – 25 € pro Monat
12–13 Jahre 20 € – 30 € pro Monat
14–15 Jahre 25 € – 45 € pro Monat
16–17 Jahre 40 € – 60 € pro Monat
ab 18 Jahre 55 € – 75 € pro Monat

Richtwerte des Deutschen Jugendinstituts, Stand September 2025. Keine Vorgabe — Familieneinkommen und die Frage, was dein Kind selbst zahlt, verschieben jede Zahl.

Stell das Alter deines Kindes ein, dann springt die Tabelle auf die passende Stufe. Die Werte stammen vom Deutschen Jugendinstitut, Stand 17. September 2025, so veröffentlicht vom Familienportal des Bundes.

Woran du eine veraltete Tabelle erkennst: Wenn sie mit „4 bis 5 Jahre, 0,50 bis 1,00 Euro“ beginnt, ist sie überholt. Die aktuelle Empfehlung fasst alles unter sechs Jahren zusammen und setzt dort 1 bis 2 Euro pro Woche an. Diese alte Staffel findest du auch 2026 noch auf etlichen Seiten, die sich auf das Jugendamt berufen.

Bis 9 wöchentlich, ab 10 monatlich — warum der Schnitt dort liegt

Der Wechsel im Rhythmus ist kein Detail, sondern der eigentliche Sinn der Tabelle. Ein Siebenjähriger kann sich einen Monat nicht vorstellen. Bekommt er 12 Euro am Monatsanfang, sind sie am dritten Tag weg, und die restlichen 27 Tage fühlen sich wie eine Strafe an. Drei Euro am Samstag versteht er.

Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule ändert sich das. Ab etwa zehn Jahren können Kinder einen Monat überblicken, und dann wird der Monatsbetrag zum eigentlichen Lernwerkzeug: Wer sein Geld in der ersten Woche ausgibt, merkt das in der dritten. Genau diese Erfahrung soll das Taschengeld liefern.

Wie viel Taschengeld in welchem Alter sinnvoll ist

Unter 6 Jahren: 1 bis 2 Euro pro Woche

In diesem Alter geht es nicht ums Rechnen, sondern ums Begreifen: Geld ist endlich, und wenn es weg ist, ist es weg. Kleine Beträge in Münzen, wöchentlich, am besten immer am selben Tag.

6 bis 9 Jahre: 2 bis 4 Euro pro Woche

Mit der Einschulung beginnt das Vergleichen auf dem Schulhof — und ab sieben gilt der Taschengeldparagraf, dein Kind darf also selbst kaufen. Jetzt lohnt es sich, übers Sparen zu reden: zwei Wochen nichts ausgeben, dann reicht es für etwas Größeres.

10 bis 11 Jahre: 15 bis 25 Euro im Monat

Der Umstieg auf den Monatsbetrag. Die ersten Monate gehen meistens schief, und das ist so gewollt. Widerstehe dem Impuls, nachzuschießen — der leere Geldbeutel in der dritten Woche ist die günstigste Finanzlektion, die dein Kind je bekommt.

12 bis 13 Jahre: 20 bis 30 Euro im Monat

Ab hier kommt das Budgetgeld ins Spiel. Das Taschengeld bleibt für Freizeit und Süßigkeiten, während größere Posten wie Kleidung als eigener Betrag dazukommen können. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

14 bis 15 Jahre: 25 bis 45 Euro im Monat

Die Spanne ist hier am breitesten, und das hat einen Grund: Es hängt komplett davon ab, was dein Kind selbst zahlen soll. Wer Handyvertrag, Kino und Klamotten aus eigener Tasche bestreitet, braucht das obere Ende. Wer nur Taschengeld im engeren Sinn bekommt, das untere.

16 bis 17 Jahre: 40 bis 60 Euro im Monat

In diesem Alter kommt bei vielen der erste Nebenjob dazu. Selbst verdientes Geld ersetzt das Taschengeld nicht — sonst bestrafst du das Arbeiten. Sinnvoller ist es, gemeinsam festzulegen, wofür der Verdienst da ist.

Ab 18 Jahren: 55 bis 75 Euro im Monat

Solange dein Kind zu Hause wohnt und in Schule oder Ausbildung steckt, läuft die Empfehlung weiter. Rechtlich hängt das ohnehin am Unterhalt, nicht am Taschengeld — die Unterhaltspflicht endet nicht mit 18, sondern mit dem Abschluss der ersten Ausbildung.

Was ich als Finanzmensch davon halte

Zur Einordnung: dadbase ist mein Hobbyprojekt. Hauptberuflich arbeite ich seit über zehn Jahren in der Finanzbranche und verantworte finanzwissen.de, ein Vergleichs- und Redaktionsportal für Geldthemen. Beim Taschengeld schaue ich deshalb weniger auf den Betrag als auf das, was daran hängt.

Meine Empfehlung: Fang am unteren Ende der Spanne an und erhöhe nicht nach Geburtstag, sondern nach Verantwortung. Sobald dein Kind einen Posten dauerhaft selbst übernimmt, steigt der Betrag — vorher nicht. Das koppelt Geld an Entscheidungen statt an das Kalenderjahr, und genau darum geht es.

Und der zweite Punkt, den ich für wichtiger halte als jede Tabelle: Das Geld muss sichtbar sein. Ein Betrag, der irgendwo auf einem Konto steht und den niemand anfasst, lehrt nichts. In den ersten Jahren gehört Taschengeld in eine Dose oder einen Geldbeutel, wo man es zählen kann.

Budgetgeld ab 12 Jahren: die eigentliche Neuerung

Die Aktualisierung vom September 2025 hat einen Schwerpunkt bekommen, den kaum eine Tabelle im Netz mitnimmt: das Budgetgeld. Gemeint ist ein fester Betrag zusätzlich zum Taschengeld, mit dem dein Kind einen klar abgegrenzten Bereich selbst bezahlt — typischerweise Kleidung, Schulmaterial oder den Handyvertrag.

Der Unterschied zum Taschengeld ist entscheidend. Taschengeld darf komplett verkonsumiert werden, das ist sein Zweck. Budgetgeld muss reichen. Wer sich im Oktober die teuren Sneaker kauft, hat im Winter kein Geld mehr für eine Jacke — und lernt damit etwas, das kein Gespräch am Küchentisch vermitteln kann.

Sinnvoll wird das etwa ab zwölf Jahren, und man fängt mit einem Bereich an statt mit allen. Wichtig ist, die Höhe an euren tatsächlichen Ausgaben auszurichten: Sieh nach, was ihr im letzten Jahr für Kleidung ausgegeben habt, und teil es durch zwölf. Dieselbe Rechnung hat uns bei unserem eigenen Haushaltsbuch ziemlich überrascht — was ein Kind wirklich kostet, haben wir für die ersten Jahre durchgerechnet.

Ab wann Taschengeld sinnvoll ist

Die Empfehlung startet unter sechs Jahren, in der Praxis ist der richtige Zeitpunkt aber kein Geburtstag, sondern ein Können. Dein Kind ist so weit, wenn es Münzen unterscheiden, bis zehn zählen und verstehen kann, dass ein Kauf etwas wegnimmt. Bei den meisten liegt das zwischen vier und sechs.

Ein guter Test: Geh mit deinem Kind zum Bäcker und lass es selbst bezahlen. Wenn es begreift, dass es dafür Geld abgeben muss und etwas zurückbekommt, kannst du anfangen. Wenn es nur die Hand aufhält, wartest du noch ein halbes Jahr.

Vier Regeln, die aus Taschengeld echtes Lernen machen

  • Fester Termin, ohne Erinnerung: Jeden Samstag oder immer am Ersten. Dein Kind soll sich darauf verlassen können, ohne danach fragen zu müssen.
  • Keine Zweckbindung: Taschengeld gehört dem Kind. Auch wenn es dafür Quatsch kauft — das ist der Lerneffekt, nicht das Problem.
  • Nicht nachschießen: Wer in der zweiten Woche pleite ist, bleibt es bis zum nächsten Termin. Einmal nachgeben, und die Regel ist erledigt.
  • Klären, wer was zahlt: Schreibt gemeinsam auf, was aus dem Taschengeld kommt und was ihr übernehmt. Der häufigste Streit entsteht nicht über die Höhe, sondern über diese Grenze.
Achtung

Taschengeld nicht als Strafe streichen. Der Reflex ist verständlich, aber er macht genau das kaputt, wofür das Taschengeld da ist. Es ist kein Lohn für Wohlverhalten, sondern ein Übungsfeld — und ein Übungsfeld, das jederzeit weggenommen werden kann, taugt nicht zum Planen. Für Konsequenzen bei Fehlverhalten gibt es bessere Hebel als ausgerechnet den einen Bereich, in dem dein Kind Verantwortung lernen soll.

Wohin mit dem Geld: Dose, Kinderkonto oder Depot

In den ersten Jahren gehört Taschengeld in bar in eine Dose oder einen Geldbeutel. Sichtbarkeit ist in diesem Alter der ganze Punkt — ein Kontostand auf einem Display bedeutet einem Siebenjährigen nichts. Dementsprechend ist ein Taschengeldkonto zwar gut, doch bare Münzen noch etwas besser.

Ab etwa zehn Jahren, spätestens mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule, wird ein eigenes Kinderkonto sinnvoll: Guthabenbasis, keine Überziehung, eigene Karte. Welche Anbieter das kostenlos anbieten und worauf du bei der Karte achten solltest, haben wir im Kinderkonto-Vergleich zusammengestellt.

Getrennt davon ist die Frage, was mit größeren Beträgen passiert — Geld von den Großeltern, Geburtstagsgeld, Kindergeld. Das gehört nicht aufs Taschengeldkonto, sondern langfristig angelegt. Wie das geht und ob das Depot auf deinen oder den Namen des Kindes laufen sollte, steht in unserem Beitrag zum Geldanlegen für Kinder.

Mein Fazit: Der Betrag ist zweitrangig, die Verlässlichkeit nicht

Die Tabelle gibt dir einen Korridor, mehr soll sie nicht machen. Ob du bei deinem Zehnjährigen mit 15 oder mit 25 Euro anfängst, ist weniger wichtig als die Frage, ob das Geld pünktlich kommt und ob klar ist, was davon bezahlt wird.

Wenn du eine Sache mitnimmst, dann diese: Erhöhe nach Verantwortung, nicht nach Geburtstag. Und wenn dein Kind sein Geld für Unsinn ausgibt, hast du nichts falsch gemacht — dann funktioniert es genau so, wie es soll.

Häufige Fragen zum Taschengeld

Wie viel Taschengeld mit 10 Jahren?

Die aktuelle Empfehlung liegt bei 15 bis 25 Euro im Monat für Zehn- und Elfjährige. Mit zehn Jahren ist außerdem der Zeitpunkt, an dem der Wechsel von wöchentlicher auf monatliche Auszahlung sinnvoll wird. Fang eher am unteren Ende an — nach oben ist später leichter als zurück.

Wie viel Taschengeld mit 14 Jahren?

25 bis 45 Euro im Monat. Die Spanne ist hier am breitesten, weil sie komplett davon abhängt, was dein Kind selbst zahlt. Handyvertrag, Kleidung und Kino aus eigener Tasche bedeuten das obere Ende; reines Taschengeld für Freizeit das untere.

Ab wann sollten Kinder Taschengeld bekommen?

Sobald dein Kind Münzen unterscheiden, bis zehn zählen und begreifen kann, dass ein Kauf etwas wegnimmt — meistens zwischen vier und sechs Jahren. Der Bäcker-Test funktioniert gut: Lass es selbst bezahlen und sieh, ob es den Tausch versteht.

Taschengeld wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Bis einschließlich neun Jahre wöchentlich, ab zehn monatlich. Jüngere Kinder können einen Monat nicht überblicken — ein Monatsbetrag ist für sie nach drei Tagen weg und danach eine Durststrecke ohne Lerneffekt.

Darf man Taschengeld als Strafe streichen?

Erlaubt ist es, sinnvoll nicht. Taschengeld ist kein Lohn für Wohlverhalten, sondern ein Übungsfeld für den Umgang mit Geld. Wer damit rechnen muss, dass der Betrag ausfällt, kann nicht planen — und Planen ist genau das, was gelernt werden soll.

Was ist Budgetgeld und wie unterscheidet es sich vom Taschengeld?

Budgetgeld ist ein zusätzlicher Betrag für einen klar abgegrenzten Bereich, den dein Kind selbst bezahlt — meistens Kleidung, Schulmaterial oder das Handy. Taschengeld darf verkonsumiert werden, Budgetgeld muss reichen. Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt es ab etwa zwölf Jahren.

Was besagt der Taschengeldparagraf?

§ 110 BGB regelt, dass Kinder ab sieben Jahren mit Geld, das ihnen zur freien Verfügung überlassen wurde, wirksam einkaufen dürfen — ohne dass du zustimmen musst. Der Kauf gilt, sobald er vollständig aus diesem Geld bezahlt ist. Ratenzahlungen oder Abos fallen ausdrücklich nicht darunter.

Geschrieben von
Gründer von dadbase und Vater eines Dreijährigen

Hi, ich bin Sebastian, Vater eines dreijährigen Sohns und Betreiber von dadbase. Auf diesem Portal schreibe ich über alle Themen, die mich als Vater umtreiben und teile dabei meine persönlichen Erfahrungen.

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